Mamba Village

Tagesbericht von Michelle und Anne Schweitzer Oktober 2013

Das Reisebüro Hempel veranstaltete eine Keniareise, die unter dem Motto "zauberhaftes Ostafrika" stand.
Im Reiseverlauf war angeboten, an einem Tag die Projekte des Vereins "Wir helfen in Afrika .e.V
" zu besuchen. zwei der Reisemitglieder , Michael Hämel und Klaus Weigelt sind Gründungsmitglieder des Vereins und von beginn an in die Aktivitäten involviert. Zwei junge Mitreisende haben Ihre Eindrücke im folgenden Bericht niedergeschrieben.


Unser Tag in Mamba Village

Als uns Helmut Guenther in unserem Hotel besuchte, um uns von seinem Hilfsprojekt zu erzaehlen, war die gesamte Reisegruppe inklusive uns sofort daran interessiert, an einem Ausflug nach Mamba Village und damit ins „echte Afrika“ teilzunehmen. Als wir am 02.10.13 aufbrachen, war die Stimmung trotz morgendlichem kenianischen „Schauer“ nicht getruebt und wir waren gespannt, welche Eindruecke auf uns zukommen wuerden. Nach ca. 1 ½ Stunden Fahrt durch kenianisches Hinterland hielten wir zuerst an einem einheimischen Brunnen fernab des Tourismus, den Helmut mit seinem Verein „Wir helfen in Afrika e.V.“ in Stand gesetzt hat. Bereits dort ueberwaeltigten uns die Eindruecke: Waren zu Beginn nur ein paar kenianische Frauen am Brunnen, so stroemten mit der Zeit immer mehr Muetter mit ihren Kindern herbei, da auch wir als weisse Gruppe fuer viele eine Attraktion darstellten. Das anfaengliche Eis und die Distanz zwischen beiden Gruppen wurden allmaehlich gebrochen; die kenianischen Frauen posierten mit ihren Wassereimern auf dem Kopf und die Kinder eroberten unsere Herzen im Sturm. Als eine der Frauen, nur in bunte Tuecher gehuellt, ihr Wasser auf ihr am Brunnen liegendes Handy verschuettete, wurde uns einmal mehr bewusst, wie kontrastreich das Land ist. Danach fuehrte uns unser Weg zu einer alten Schule, in der unsere kontrastreichen emotionalen Eindruecke verstaerkt wurden: Einerseits erschuettert darueber, dass die Kinder mit oftmals blanken Fuessen in Raeumlichkeiten unterrichtet werden, die bei uns einem Huehnerstall gleichen; andererseits beruehrt davon, welche Froehlichkeit und Herzlichkeit uns Fremden entgegen gebracht wurde und wie sehr alle Schueler den Unterricht schaetzten. Nach einer kurzen Darbietung eines Gedichts von vier Schuelern uebergaben wir die von Helmut extra mitgebrachten Moskitonetze und machten uns auf den Weg zum Kindergarten. Auch hier wurden wir mit derselben Gastfreundschaft empfangen. Positiv ueberraschend fanden wir, dass der dortige Kindergarten eher einer Vorschule gleicht und bereits Faecher wie Englisch unterrichtet werden. Besonders fasziniert waren die Kinder hier, wie auch an allen anderen von uns besuchten Orten, davon, sich selbst auf Digitalfotos zu sehen. Das wiederum bescherte uns zahlreiche freudige Eindruecke. Verabschiedet wurden wir mit Gesang und Tanz und machten uns anschliessend auf den Weg zur neuen Schule. Waehrend wir dort zu Fuss zum Schulgebaeude liefen, hoerten wir schon aus der Ferne buntes Stimmengewirr auf uns zukommen. Wenig spaeter waren wir von einer Horde singender Kinder umringt, die uns sofort an den Haenden packten und voller Herzlichkeit begruessten. Voller Emotionen und mit zehn Kindern an jedem Arm wurden wir zur Schule geleitet. Manche schauten uns mit grossen, faszinierten Augen an, andere hingegen fielen uns stuermisch um den Hals. Das war fuer uns der beruehrendste Moment des ganzen Tages!

Nach einer weiteren gesanglichen Darbietung der Schueler durften wir am Mittagsessen der Kinder teilnehmen. Von dieser Gastfreundschaft und Bereitschaft zu teilen beruehrt, war es dennoch eine grosse Ueberwindung, den fuer uns Deutsche gewoehnungsbeduerftigen Mais-Bohnen-Eintopf mit den Fingern zu essen. Nach dem Mittagessen hatten wir die Moeglichkeit, die Klassenraeume anzuschauen, die auch in dieser neuen Schule genauso einfach ausgestattet waren wie die Vorherigen. Fuer uns schockierend war es, die juengsten Schueler auf dem blanken Betonboden beim Mittagsschlaf zu sehen. Anschliessend machten wir einen kurzen Rundgang durch das angrenzende Dorf, bei dem die ergreifenden Eindruecke verstaerkt wurden: Die Haeuser bestanden aus Lehm und Aesten, die Kinder waren schmutzig und nur spärlich bekleidet und die Armut war nicht zu uebersehen. Umso bewusster wurde uns, wie notwendig und wertvoll die Hilfe von „Wir helfen in Afrika e.V.“ fuer diese Menschen ist. Voll gepackt mit all diesen emotionalen Eindruecken machten wir uns auf den Weg zu unserem letzten Halt, einem weiteren Brunnen, der von dem Verein gebaut wurde und fuer die einheimischen Bewohner eine wahnsinnige Erleichterung ihres taeglichen Lebens bedeutet. Nach einem letzten Gruppenfoto machten wir uns voellig erschoepft von diesem eindrucksvollen Tag auf den Rueckweg.

 

Eine fuer uns wichtige Erfahrung war die, dass die Menschen trotz materieller Armut einen Reichtum an Herzlichkeit und Froehlichkeit bewahren. Dadurch wurde uns erneut bewusst, dass es nicht viel braucht, um gluecklich zu sein und wie wenig wir in Deutschland zu schaetzen wissen, was wir haben.

 

Danke, Helmut, fuer diesen tollen Tag!

 

Michelle & Anne Schweitzer


Tagesbericht

 

 


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