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Information zur aktuellen Situation in Afrika rund um COVID-19, Palmsonntag, 5. April 2020

Die Corona-Pandemie hat Kenia erreicht. Seit mehreren Wochen steigen auch in Ostafrika die Fallzahlen an. Zwar gibt es dort derzeit nur sehr wenige gemeldete Infektionen mit Sars-CoV-2. In Kenia werden aber auch kaum Menschen getestet, erklärt unser Mitglied und Projektkoordinator, Peter Musomba, in seinem täglichen Corona-Bericht. „Nur in sechs der 47 kenianischen Regionen sind bisher Infektionen festgestellt worden“, schreibt er uns. Kwale, in der auch Mamba Village, Ukunda und Lunga Lunga liegen, ist eine davon. Sind Stand gestern 126 Fälle im Land bekannt, könnten es Ende nächster Woche bereits 1000, Ende April schon mehr als 10.000 Infizierte sein.

Daher hat die kenianische Regierung ähnlich strenge Ausgehbeschränkungen erlassen wie sie auch bei uns in Deutschland gelten: Die Schulen sind geschlossen, viele Geschäfte, Restaurants und Hotels dürfen nicht mehr öffnen. Die gesamte Küstenregion und somit auch Diani Beach, das touristische Zentrum südlich von Mombasa, wirken wie ausgestorben. Die Straßen sind wie leergefegt, selbst einfache Verkaufsstände an den Straßen sind geschlossen. Die Strände und Hotels sind verwaist.

  1. Die Situation an den Schulen

Die kenianische Gesellschaft kennt keine Kurzarbeit, kein Arbeitslosengeld, keine Sozialversicherung. Es gilt ganz einfach: wer nicht arbeitet, erhält keinen Lohn. Das gilt auch für die Lehrer an den von uns unterstützten Schulen. Für die Renata-Schule und die Oasis-Academy in Mamba Village haben wir uns im Vorstand dazu entschieden, die Gehälter der Lehrer weiter zu zahlen, so ist zumindest ihnen und ihren Familien vorübergehend geholfen.

  1. Soforthilfe für mehr als 600 Familien
  • 50 Familien in Ukunda, die unserm Verein sehr nahe stehen, uns immer wieder unterstützt haben, erhalten von uns Lebensmittelpakete im Wert von je rund 40 Euro.

  • Auch 30 Patenfamilien in Mamba Village werden jeweils ein solches Paket bekommen, sie sind gesponsert von den Paten in Deutschland. Unser langjähriges Mitglied Joseph Mwangi hat am gestrigen Samstag die Pakete in Ukunda verteilt, am Dienstag erhalten sie die Familien in Mamba Village. 

  • Alle Familien der Schüler der Renata Schule und der Oasis Academy in Mamba Village – insgesamt 550 Haushalte – erhalten Care-Pakete im Wert von je etwa zehn Euro. Das ist unserer Ansicht nach überlebenswichtig. Denn die Kinder sind zuhause, das warme Mittagessen in der Schule fällt aus. Die Kinder erwarten von ihren Müttern, dass diese zuhause kochen. Die Familien haben aber oft nichts. Denn ruht die Arbeit, fehlt das Geld.

  1. Die Projektarbeit ruht – bis auf wenige Ausnahmen

Die strikte Einschränkung des öffentlichen Lebens macht auch vor unseren Projekten nicht Halt. Die Bekämpfung der Jiggers-Parasiten ruht. Die vielen Tausend Brillen aus Deutschland werden derzeit nicht von Ort zu Ort unter dem Mangobaum verteilt. Die Schulen bleiben geschlossen.

  1. Im März: 28 Geburten in der Krankenstation in Lunga Lunga

Weiterhin geöffnet – und wichtiger denn je – ist die Krankenstation in Lunga Lunga. Die Schwestern arbeiten unvermindert weiter. Denn viele ihrer Patienten sind chronisch krank. So behandelten sie im März 1214 Patienten. 28 Babys erblickten im Geburtshaus das Licht der Welt, die Schwestern impften 161 Säuglinge. 114 Epilepsie-Patienten waren in Behandlung, ebenso 60 HIV-Infizierte. Unser Verein unterstützt die Krankenstation dauerhaft.

Unsere große Anstrengung gilt nun, den Schwestern ihre Arbeit so gut es geht zu erleichtern und ihren wichtigen Dienst aufrecht zu erhalten. Auch wollen wir unseren Freunden in Mamba und in Ukunda zeigen, dass wir selbstverständlich in diesen weltweit schwierigen Zeiten zu ihnen stehen und sie alle nicht vergessen.

Unseren vollständigen Bericht inkl. aller Details (z.B. auch zu den Inhalten der Care Pakete) und weiteren Bildern finden Sie hier.