Aktuelles
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Information zur aktuellen Situation in Afrika rund um COVID-19, 4. Juli 2020

Wir alle spüren es: Die Corona-Pandemie zerrt an unseren Nerven. Wir alle ertragen die Einschränkungen des Alltags bislang ohne großes Murren. Wir wissen, dass wir zusammenstehen müssen, um möglichst rasch wieder einen geregelten Alltag zu erleben. Es wird ein „neuer Alltag“ sein, wie es Gesundheitsminister Jens Spahn nennt. Doch langsam sind wir vielem überdrüssig: Der Einschränkungen im Supermarkt, der Masken, des ständigen Desinfizierens aller möglicher Oberflächen. Und vieles fehlt uns. Allen voran die Geselligkeit, sei es im Theater, im Verein oder beim Dorffest. Doch wir arrangieren uns. Denn uns ist vieles nur lästig. In unserem Projektgebiet in Kenia wird die Situation der Menschen hingegen immer fataler. Ja, sie wird zunehmend lebensbedrohlich.

Derzeit 6070 Infizierte, 143 Tote

Laut der jüngsten Fallzahlen vom vergangenen Samstag, 28. Juni, sind in Kenia derzeit 6070 Menschen mit dem Virus infiziert, 143 sind daran gestorben. „Hier werden von Tag zu Tag mehr Menschen getestet, gleichzeitig steigt die Zahl der Infizierten“, berichtet uns unser Vereinsmitglied Peter Musomba. Inzwischen zeigt sich, dass Covid-19 in Kenia keine Randerscheinung ist, sondern weite Kreise zu ziehen scheint. Und so verharrt das Land weiter in einem strikten Lockdown mit strengen Ausgangssperren. Jeder von uns weiß, was das für Kenia bedeutet. Das Leben spielt sich im Freien ab. Abstand zu seinen Mitmenschen zu halten und nicht gemeinsam das Leben in den Städten und Dörfern zu leben, war bis Februar in Kenia undenkbar. Was die Pandemie mit den Seelen der Menschen anstellt, ist bis jetzt nicht absehbar.

Was wir absehen können ist die große Not, in der viele, viele Menschen in Mamba Village und der Kwale-Region, ja in ganz Kenia stecken. Darum geht unsere akute Nothilfe weiter. Vergangene Woche haben wir wieder über die Presse – neben der Gelnhäuser Neuen Zeitung, die uns immer sehr unbürokratisch unterstützt auch über die Online-Portale vorsprung-online und kinzig.news sowie die Lokalzeitungen der Nachbarlandkreise –  um Unterstützung für die Lebensmittelpakete geworben. Wir wollen Sie, liebe Freunde und Unterstützer, wieder an den Berichten teilhaben lassen. Sie finden den Wortlaut am Ende dieses Info-Briefs. Seien Sie so gut und senden Sie diese Nachricht weiter. Drucken Sie sie aus für Freunde ohne Internetzugang. Helfen Sie uns dabei, unsere Mitmenschen zu informieren, was es bedeutet, diese schwierigen Zeiten in einem Land zu durchleben, das nicht die gleichen sozialen, finanziellen und politischen Voraussetzungen hat wie unser Heimatland. Als mahnendes Beispiel dient uns diesmal die aufrührende Geschichte um Großvater Christopher Matheka. Er muss buchstäblich im Abfall wühlen, um Essen für seine fünf Enkelkinder zu finden. Und was dann auf den Tisch kommt ist angefault, wurmstichig und kaum verdaulich. Darum hören wir nicht auf, diesen Menschen mit kleinen und großen Lebensmittelpaketen ein Überleben in Würde zu sichern.

 

Lesen Sie mehr zur aktuellen Situation in unserem Presseartikel >>> "Essensuche im Abfall" aus der Gelnhäuser Neuen Zeitung, 27. Juni 2020.