Jiggers

Jiggers

Unsere Historie zu „Jiggers“: Wie kamen wir dazu, „Jiggers“- Behandlungen durchzuführen?
Erfahrungen unserer Vereinsgründer Leni und Helmut Günther:

„Im November 2014 besuchten wir anlässlich eines Projektaufenthaltes eine Patenfamilie in Mamba Village. Sister Pauline war an unserer Seite, wir befanden uns auf dem Rückweg vom Besuch der Krankenstation in Lunga Lunga. Die Sister wollte eigentlich nur das Fahrgeld sparen und das war gut so. Im Gesprächsverlauf gab Pauline den Hinweis, dass es in der Familie Probleme mit „Jiggers“ gibt und bat uns, Hände und Füße der Kinder zu betrachten. In der Tat, dort waren uns unbekannte Entzündungen und Verformungen erkennbar, bei allen Familienmitgliedern. Wir vereinbarten einen Besuch der Familie in der Krankenstation, dort bekamen alle Fußbäder verabreicht. Wir erhielten nach wenigen Wochen die Information, dass der Heilungsprozess nahezu abgeschlossen sei. Dies war die Ausgangssituation mit der automatischen Frage, wie das wohl bei unseren Schulkindern in Mamba Village aussieht.“  Aus dem Ergebnis der Überprüfung entstand das Projekt!


 

Was sind Jiggers?
Bei Jiggers handelt es sich um einen Parasitenbefall durch Sandflöhe, die in tropischen und subtropischen Regionen vorkommen. Als häufige Wirte gelten der Mensch und Haustiere, wobei der Parasit außerdem unsaubere/-hygienische Umgebungen bevorzugt. Oft befallene Körperpartien sind Fußsohlen, Zehen, Hände und Finger. Dort bohrt sich der weibliche Floh unter die Haut seines Wirtes, brütet seine Eier aus und schwillt ballonartig bis zu 1 cm Durchmesser an. 

Dieser Befall führt zu schweren Entzündungen und offenen Geschwüren bis hin zum Absterben der Haut. Die Erkrankung ist sehr schmerzhaft und schränkt die Betroffenen stark ein. Sie kann in Extremfällen zum Verfaulen von Gliedmaßen führen, was eine Amputation erforderlich macht. Auch mit einer Blutvergiftung muss gerechnet werden, die unbehandelt zum Tode führen kann.

Die Betroffenen verlieren häufig die Fähigkeit zu laufen und zu schreiben. Sie werden durch ständige Schmerzen und die Bewegung der Parasiten unter ihrer Haut geplagt. Dadurch werden Tätigkeiten wie der Besuch einer Schule und Erwerbsarbeit unmöglich. Jiggers in Verbindung mit Armut führt zu einem Teufelskreis, dem die Betroffenen aus eigener Kraft nicht entfliehen können. Sie sind dringend auf Hilfe von außen angewiesen.


 

Der Behandlungsablauf
Wird ein Parasitenbefall festgestellt, werden die betroffenen Körperteile zunächst desinfiziert und danach etwa 15 Minuten in Kaliumpermanganat gebadet. Anschließend werden sie mit Vaseline eingecremt. Für die tägliche Pflege wird ein Stück Kernseife und etwas Salbe ausgehändigt. Ebenso werden die Kinder über die Grundlagen der Körperhygiene unterrichtet.

Es folgen zwei weitere Behandlungen im Abstand von zwei bis drei Wochen. In der Regel sind die Entzündungen nach sechs Wochen ausgeheilt und die Betroffenen können wieder ein normales Leben führen.


 

Wie lässt sich die Krankheit vermeiden?
- Hygiene, regelmäßige Reinigung mit Kernseife
- Feste Böden in Hütten und Schulen, da sich die Flöhe im warmen Erdreich und Sand besonders wohlfühlen.
- Festes Schuhwerk
- Getrennte Räumlichkeiten für Mensch und Tier


 

Was kostet eine „Jiggers“-Behandlung?

Es ist unfassbar: Mit nur kalkulatorischen 5 EURO je geheiltes Kind sind die Kosten gedeckt. Zählen Sie zu den Menschen, die unseren Auftrag und unser Ziel mittragen, jedes Kind zu heilen.

Wie lässt sich eine solch große Anzahl an Menschen heilen, wer sind die Partner vor Ort?

Eine solch große Anzahl an Behandlungen kann nur mit einem kompetenten Team durchgeführt werden. Dies haben wir gefunden in Mr. Duncan, Dr. Benson und Dr. Lydia, sowie eine Anzahl an Volontären, die bei den Behandlungen helfen. Das Team in Afrika ist unter dem „Neat Feet Health Trust“ zusammengefast, organisiert die Abläufe und Behandlungsorte, meist Schulen selbst und leistet beeindruckende Arbeit. Besonders für Mr. Duncan ist es kein Beruf, sondern eine Berufung und Mission.

Unsere Aufgabe ist es, möglichst viele finanzielle Mittel zu generieren, so dass unser Jahresziel von 20.000 geheilten Menschen je Jahr erreicht werden kann. Dies heißt für uns ein Spendenziel von 100.000 EUR je Jahr. Auch das ist eine Mammut-Aufgabe.


 

Umgesetzte Projekte:

2015: Entschlussfassung „Jiggers“-Behandlungen durchzuführen. Seither Zusammenarbeit mit dem Neat Feet Health Trust zur Bekämpfung von Jiggers im Kwale-District. Die Behandlung durch die Ärzte Mr. Duncan, Dr. Benson, Dr. Lydia und Helfer. Der Verein stellt die Finanzierung für die Behandlungen.

2016: 7.000 nachhaltig geheilte Menschen.

2017: 18.000 nachhaltig geheilte Menschen. Zieldefinition: Dauerhaft 20.000 Menschen pro Jahr von „Jiggers“ heilen zu können.

2018: 20.000 nachhaltig geheilte Menschen.

2019: Bis Juni 2019 ca. 9.800 nachhaltig geheilte Menschen. Im Mai 2019 wurden die Ziele in einem 6-Jahres-Plan festgehalten. Ziel dieses Planes ist, nach dieser Zeit den kompletten Kwale-Distrikt (Südkenia) zu 90 % von „Jiggers“ zu befreien.